tmb cuckoo ANein, ein „Möchtegern-Uhrmacher“ bin ich natürlich nicht! Aber wenn an alten Uhrengehäusen gedrechselte oder geschnitzte Teile verloren gegangen sind, konnte ich im Freundeskreis schon öfter helfen. Eine besonders hübsche Herausforderung war einmal der komplette Nachbau eines animierten Kuckucks.

tmb 002Die Werkzeichnung (Bild 2), die alle benötigten Holzteile in zwei Ansichten zeigt, konnte ich nach dem Vorbild aus einer alten Schwarzwälder Kuckuksuhr anfertigen.
Aus dieser Zeichnung leiten sich die Querschnitte der benötigten Holzleisten ab (Tabelle 1). Als Material wurde Lindenholz verwendet. Yelutong – etwa von einem Haushaltsschneidebrettchen – wäre eine gleichwertige Alternative.

tmb 003Für den Material sparenden Zuschnitt eignet sich am besten eine kleine Bandsäge (Bild 3).

tmb 004Bilder 4 und 5: Die benötigten Bohrungen und Aussparungen im Rumpf des Vogels werden mittels Ständerbohrmaschine eingebracht, solange das Werkstück noch plane Flächen hat. Die gewünschte Symmetrie und Rechtwinkligkeit wird so am besten gewährleistet.

tmb 005Bild 5

tmb 006Den Ast, auf dem der Kuckuck sitzen soll und ein Rohling für Schnabelunterteile können, wie auf den Bildern 6 und 7 gezeigt, auf einer kleinen Drechselbank zylindrisch gedreht werden. Steht diese nicht zur Verfügung ist etwas mehr Schnitz- und Schleifarbeit angesagt.

tmb 007Bild 7

tmb 008Bild 8: Die „Brustpartie“ des Kuckucks wird abgerundet. Um die Bearbeitung der kleinen Teilchen zu erleichtern gilt grundsätzlich, den Rest der Leiste möglichst erst am Schluss der Bearbeitung vom Werkstück abzutrennen, und so lange es geht als Haltegriff zu nutzen.

tmb 009Bild 9: Die Leiste aus welcher die Flügel entstehen sollen, erhält ihr aerodynamisches Profil.
Dazu wurde das Werkstück in einer aus Abfallholz gefertigte Haltevorrichtung verkeilt.

tmb 010Bild 10 zeigt die benötigten Holzteile in verschiedenen Bearbeitungsstadien.

tmb 011Wie die Einzelteile durch Drahtösen zu verbinden sind, damit der Kuckuck mit den Flügeln schlägt und den Schnabel öffnet, zeigt die Zeichnung Bild 11, die ebenfalls nach dem Vorbild der noch vorhandenen Wachtel angefertigt wurde. Um die Zeichnung übersichtlicher zu gestalten, wurde nur ein Flügel mit den zugehörigen Verbindungsdrähten gezeichnet.

tmb 012Bild 12 zeigt alles, was für die nun folgende „Verdrahtung“ des Kuckucks benötigt wird.
Damit während der Montage nicht alles gewissermaßen an einem Faden hängt, sollte vorausgedacht und systematisch vorgegangen werden.

tmb 013Bild 13 zeigt sinnvoll vormontierte „Baugruppen“.

tmb 014Bild 14: Das neue „Spielzeug“, der neue Drehmel „Stylus“ wird zum Bohren der zur Drahtstärke passenden Löcher (ca. 0,4 mm). – Leider wird das Maschinchen nur mit einer einzigen Spannzange geliefert, so dass man für solche Arbeiten ein passendes Bohrfutter nachkaufen muss.

tmb 015Bild 15: Der Vogel ist fertig montiert. Ein erster Funktionstest zeigt, ob geduldig und präzise gearbeitet wurde: Der Flügelschlag sollte auf beiden Seiten gleichmäßig sein und der Schnabel schön weit öffnen. Ansonsten hilft nur fleißiges aber vorsichtiges Nachbiegen.

tmb 016Bild 16: Um den scheuen, die meiste Zeit versteckt im Uhrkasten lebenden Vogel zu bemalen, muss man weder Künstler noch Ornithologe sein. An Hand einiger Abbildungen als Referenzmaterial sollte man versuchen, typische Farbmerkmale herauszufinden und möglichst übertrieben darzustellen. Dies dürfte bei einem Kuckuck vor allem den gestreiften Brustbereich betreffen.

Ersatz-Kuckuck für eine alte KuckucksuhrBild 17: Die Farbe ist getrocknet und der Kuckuck und der Kuckuck kann das Uhrgehäuse beziehen (s. Bild 1).

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