Geschnitzter SchuhlöffelAus den typischen Anfängerobjekten für das vollplastische Schnitzen wie Modellierhölzer, hölzerne Löffel und Schaufelchen oder ein Salatbesteck habe ich einen Schuhlöffel ausgewählt. Er ist gleichermaßen dekorativ und praktisch. Eine Werkzeichnung steht für registrierte Besucher im Download-Bereich meiner Site zur Verfügung.

 

 

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Bild 1: Der fertige SchuhlöffelAls Werkholz für meinen Schuhlöffel habe ich Birnbaum gewählt, es hat eine schöne rotbraune Farbe, ist feinporig und hart. Besonders Anfänger sollten auf möglichst geraden Wuchs achten, damit uns das Holz nicht zu großen Widerstand entgegensetzt, bei unserem Bemühen eine schöne symmetrische Form und ein Profil zu erhalten, bei dem die innere Form der Kehle mit der äußeren Form mitgeht. Schließlich muss ein Gebrauchsobjekt nicht nur gut aussehen, sondern sich auch gut anfühlen! Beim Zurichten des Werkholzes sollte man „Immer dran denken: einen behalten, zweie verschenken!“, also gleich ein paar passende Leisten mit der Kreissäge zuschneiden und dann die herunter geladene (oder noch besser: selbst gefertigte!) Schablone in Vorderansicht und Seitenansicht auf das Werkstück übertragen. Das Loch für das Lederbändchen zum Aufhängen unseres Schuhanziehers bohren wir am Besten solange das Werkstück noch rechteckig ist, in einer Ständerbohrmaschine. Zum Aussägen der Konturen muss man nicht gleich eine Bandsäge anschaffen, die Pendelstichsäge oder wie in meinen Fotos gezeigt, eine Dekupiersäge schafft das auch. Auch wenn es gerade kalt sein sollte, die Abfallstücke bitte nicht sofort verbrennen! Mit doppelseitigem Klebeband oder kleinen Nägeln, die allerdings nur durch Teile gehen dürfen, die außerhalb der fertigen Form liegen, leisten sie noch gute Dienste beim Aussägen der zweiten, um 90 grad versetzten Kontur. Unser Birnbaumholz ist zu hart, um es beim Schnitzen in der Hand halten zu können. So muss jeder in seiner Werkstatt Ausschau nach einer möglichst optimalen Spannmöglichkeit selbst suchen. Optimal bedeutet für mich, das Werkstück sollte sich in ergonomischer Arbeitshöhe befinden. Das Werkstück sollte mit einer Zwischenlage aus weicherem Abfallholz auf die Werkbank gespannt werden, da besonders ein Anfänger nicht ausschließen kann, dass er auch mal abrutscht. Aus dem gleichen Grunde sollte das Einspannen so erfolgen, dass es praktisch ausgeschlossen ist, versehentlich in metallene Spannteile wie Bankhaken, Schraubstockbacken usw. mit der Werkzeugschneide zu treffen. (Lieber öfter umspannen, als riesige Scharten aus den Bildhauerbeiteln zu schleifen!) Zum Schnitzen reicht ein einziger leicht gewölbter Beitel völlig aus. Um die endgültige, glatte und schwungvolle Form zu erhalten, werden wir Raspeln und grobe Feilen, zum Schluss Sandpapier unterschiedlicher Körnungen einsetzen. Sind Form und Oberfläche schließlich ohne Tadel, empfehle ich, das Werkstück mit einem in heißem Wasser angefeuchteten Lappen abzuwischen und nach völligem Trocknen nochmals alle Fasern, die sich durch dieses so genannte Wässern wieder aufgerichtet haben, wieder glatt zu schleifen. Dieser Arbeitsgang ist besonders wichtig, wenn eine Farbgebung durch beizen erfolgen soll.