Beim Bau eines Torpedoschnellboot-ModellsFür technisch interssierte Jugendliche gab es in der ehemaligen DDR viele kostenlose Freizeitangebote: Im HAUS DER JUNGEN PIONIERE und in der STATION JUNGER TECHNIKER UND NATURWISSENSCHAFTLER in Weißenfels bei der GESELLSCHAFT FÜR SPORT UND TECHNIK, Sektion Buna und der MESSE DER MEISTER VON MORGEN fand auch ich so zahlreiche Betätigungsfelder, dass nach Meinung meiner Lehrer mein schulisches Interesse teilweise auf der Strecke blieb. Den Ratschlag: "Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen", habe ich eben auf meine Weise umgesetzt!

 

Löten von Elevatorketten in der AG Landtechnik"Unser Bild zeigt den Jungen Pionier Hans-Günter König beim Anlöten der Becher an die Elevatorkette. Waren es doch etwa 180 Stück, die hergestellt werden mussten. An dem Preis für das Modell der Getreidesilos bei der diesjährigen Messe der Meister von Morgen, hat Hans-Günter einen wesentlichen Anteil. Seine besonderen Fähigkeiten liegen zwar auf dem Gebiet des Holz- und Linolschnitts, aber auch auf technischem Gebiet will er sich umfassende Kenntnisse aneignen. - RULA -
(Ausschnitt aus der Tageszeitung "FREIHEI" ca. 1962)

Mein erster Eigenbau-TransistortesterVon den zahlreichen Selbstbauprojekten aus meiner Jugendzeit dürfte aus verständlichen Gründen kaum noch etwas vorhanden sein. Um so mehr habe ich mich deshalb gefreut, als ich ein Foto von meinem ersten Eigenbau-Transistortester wiederentdeckt habe! Als Gehäuse musste Mutters Butterdose aus dem Kühlschrank herhalten und ich erinnere mich noch genau an die Schelte meiner Eltern. Hatte ich doch im Bastelfieber die Butter einfach unverpackt im Kühlschrank zurückgelassen! (Der angeschlossene Multiprüfer - liebevoll "Zappelmax" genannt, stammte übrigens von dem legendären Elektronik-Experimentierkasten "Transpoly", den mir der Händler damals freundlicherweise zum Industrieabgabepreis überlassen hat! - Trotzdem musste ich vorher dafür noch lange genug sparen! 

tmb rulaStellvertretend für alle Erwachsenen, die mich in vielfältiger Weise unterstützt und gefördert haben, möchte ich Rudolf Lange nennen. Das Beste an diesen Menschen: Sie haben sich mit ihren Belehrungen sehr zurückgehalten! Sie haben uns Kindern vertraut! Und selbst nach üblen Schnittverletzungen, Stromschlägen und wegen fehlender Erfahrung  verursachter Sachschäden haben sie uns stets zum Weitermachen ermuntert! - Der Begriff "Helikoptereltern" war damals noch gänzlich unbekannt! Aber: Feste Grenzen wurden uns sehr wohl gesetzt. Dank des kameradschaftlichen Zusammenhaltes zwischen Elternhaus und Schule waren diese auch kaum zu umgehen!

tmb KSMDank des recht umfangreichen Vorwissens war meine Berufsausbildung für mich beihnahe ein Kinderspiel! Im Berufswettbewerb konnte ich einige Medaillen erringen, meine Lehre ein halbes Jahr vorzeitig beenden und als Jungfacharbeiter mit einer Lohngruppe höher als damals üblich mein Berufsleben beginnen! Das Funktionsmodell einer Ferritkern-Speichermatrix ist eines von zahlreichen Lehrmitteln, die ich während der Lehrzeit als Freizeitprojekte inizialisiert und realisiert habe. - Wenn ich heute aus den Medien erfahre, dass sich Unternehmen in zunehmenden Maße beschweren, dass potenzielle Brufseinsteiger nicht über hinreichendes Grundwissen verfügen, macht mich das betroffen und verständnislos!