hölzerner Fußabtreter, gesehen im FreilichtmuseumÄhren lesen, Kartoffeln stoppeln, Rüben verziehen.. Nach solcher Feldarbeit  hatte ich immer sehr schmutzige Schuhe! Deshalb lagen vor den Hauseingängen robuste Fußabstreifer, welche in den langen Wintermonaten von den Bauern meist selbst gefertigt wurden. Solche Kindheitserinnerungen wurden bei einem Rundgang durch ein Freilandmuseum in der Rhön wieder  lebendig, als ich über diesen  schon etwas verwitterten hölzernen Fußabtreter stolperte. So ein Teil werde ich mir auch anfertigen! Vorsorglich mache ein Foto als "Reminder". Darf man hier eigentlich fotografieren? - Zum Glück hat es keiner gesehen! 

hölzerner Fußabstreifer nach altem VorbildDer Rhönurlaub ist vorüber und ich lege auch gleich los! Für eine Hobbywerkstatt wie meine ist der Materialbedarf für das auf den ersten Blick eher unscheinbare Projekt ganz ordentlich! Ich entscheide mich für Rotbuche und fertige zunächst elf Sprossen 25 x 25 x 700. Diese sollen dann mittels Edelstahlschrauben auf drei Holmen (Länge 490) verschraubt werden. Die v-förmigen Einschnitte säge ich an der Bandsäge nach Anriß in die Holme. Traditionell wurde bei derartigen hölzernen Objekten auf eine Oberflächenbehandlung meist verzichtet. Da sich in meiner Werstatt noch ein Rest Holzlasur findet, beschließe ich diesen hier zu verstreichen, auch wenn ich damit vielleicht Stilbruch begehe. Übrigens: Mit schmutzigen Schuhen komme ich heutzutage nicht mehr von der Feldarbeit nach Hause. Aber immer wenn ich aus dem Haus gehe, streife ich mir die Schuhsohlen ab, damit ich keine Holzspäne aus dem Haus mit nach draußen schleppe!