PlatzhalterDen Content dieser Website speichere ich in einer Datenbank. Mein Handy lade ich unterwegs mittels Powerbank. Mein Geld erwirtschaftet Negativzinsen in einer Bankfiliale. Seit kurzem besitze ich nun auch eine hübsche Gartenbank.

tmb myWorkbenchBereits 2009 hatte ich im Mai/Juni-Heft der Zeitschrift HolzWerken die Bauanleitung von Autor Roland Heilmann für eine wunderschöne Gartenbank mit einem Lesezeichen - keinem Eselsohr! - als Wunschprojekt markiert. Keine Zeit? Kein Material? Kein Platz? Faulheit? Schwer zu sagen, warum es etliche Jahre dauern sollte, bis endlich die ersten Späne flogen.

platzhalterIn der Bauanleitung werden je nach Werkstattausstattung 25 bis 35 Arbeitsstunden veranschlagt. Ich werde hier nicht verraten, das wievielfache ich - alles in allem - tatsächlich benötigt habe! Schon das Handling der für meine Verhältnisse (Stichwort: Miniature Woodworks!) überlangen Bretter und das grobe Vorrichten der Teile benötigt ungewohnt viel Zeit. Immer wieder muss ich Keissäge und Hobelmaschine in dem kleinen Werkraum verdrehen und verschieben und die langen Teile regelrecht einfädeln. Auch der Bau provisorischer Rollböcke verschlingt einige Zeit.

PlatzhalterWer die zahlreichen benötigten Zapfen-Spundverbindungen sauber und passgenau ausgearbeitet hat, bekommt eine ganz neue Vorstellung von dem Begriff "Bankverbindung". Das Ausformen der Zapfen an den Sprossen für die Lehne geht an der Kreissäge noch recht zügig voran.

PlatzhalterEine größere Herausforderung sind die Spundlöcher, welche die Zapfen aufnehmen sollen. Eine Langlochbohrmaschine steht mir dafür nicht zur Verfügung. Allerdings habe ich schon vor längerem auf dem Arbeitstisch meiner Ständerbohrmaschine einen Kreuzschlitten montiert. Damit kann ich zumindest seitlich liegende Langlöcher fertigen.

PlatzhalterFür Bohrungen in die Hirnholzseiten reicht die Säulenlänge der Tischbohrmaschine meist nicht aus. Als Work-around habe ich eine Handbohrmaschine in horizontaler Ausrichtung mittels stabiler Halterung neben der Ständerbohrmaschine montiert. Die Methode ist zwar etwas mühsam, aber als Notbehelf eben besser als keine gar keine Lösung!

PlatzhalterFür die Verbindung der vorderen Stollen mit den Armlehnen habe ich mit einer in die Drechselbank eingespannten Kronsäge eine ringförmige Nut in den Stollen eingebracht...

Platzhalter...und das überschüssige Holz mittels Japan-Handsäge entfernt.Die zugehörigen Grundbohrungen in den Armlehnen habe ich mangels genau passenden Forstnerbohrers mittels Handöberfräse (Kopierhülse und passend gefertigter Schablone eingefräst.X

PlatzhalterDie Arbeit geht unfallfrei und ohne nennenswerte Rückschläge voran, aber zeitweise ist es in der Werkstatt so eng, dass ich mir vorkomme, wie in einem Kletterwald.

PlatzhalterVor dem Verleimen habe ich mich noch einmal überzeugt, dass sich die Bank auch im Ganzen aus dem Keller an das Tageslicht befördern lässt. Wegen seiner wasserfestigkeit und der Eigenschaft durch Aufschäumen kleine Ungenauigkeiten an den Verbindungsstellen auszugleichen habe ich mich für PUR-Leim entschieden. Eine Ausnahme bildet die Lehne: Zum Einleimen der Sprossen habe ich hier auf D3- Weißleim gesetzt.Dieser ist einfach sauberer zu dosieren und die Sprossen sind ohnehin formschlüssig zwischen oberer und unterer Lehne fixiert.

PlatzhalterFast geschafft: Die Bank ist nun zweimal mit Livos- Terrassenöl in der Farbe Avocado behandelt worden und hat einen würdigen Platz vor unserem Haus erhalten. Demnächst werde ich sie noch mit ein paar kleinen Edelstahlwinkeln am Boden verankern, damit sich nicht eines Tages die Müllabfuhr fragt:"Ist das Kunst oder kann das weg?"!