Wartung der DVR-Xp: Spindelkasten und Drehzahl-Sensor entstauben Wie die Zeit vergeht! Seit der Inbetriebnahme meiner DVR-Xp (2009) liegen jetzt (2015) bereits sechs störungs- und wartungsfreie Jahre ungetrübten Drechselvergnügens. Doch was war das? Kurz nach dem Einschalten, noch bevor ich die Schruppröhre ansetzen kann, trudelt das Werkstück kraftlos aus! Sofort vermute ich, dass sich mitlerweile so viel Holzstaub im Spindelkasten angesammelt hat, dass der optische Sensor nichts mehr "sehen" kann. Umgehend ziehe ich den Netzstecker. Ich bin überzeugt, dass eine gründliche Entstaubung von Spindelkasten und optischem Sensor die Störung beheben wird:

DVR-Xp: Zum Öffnen des Spindelkastens wird das Handrad abgeschraubt und die rote Rückwand entfernt.Das Netzkabel habe ich zusammengerollt und beiseite gelegt, um ein versehentliche Inbetriebnahme während der Wartungsmaßnahme sicher zu verhindern. Bevor ich die Spindelkastenrückwand entferne, werde ich noch eine Weile warten, damit sich eventuell vorhandene Restladung von größeren Kondensatoren abbauen kann. Diese Zeit nutze ich, um mir das benötigte Werkzeug bereitzulegen.
Werkzeugliste: Auswerferstange für Morsekegel; Imbusschlüssel 2,5mm; Imbusschlüssel 5,0mm; Kreuzschlitzschraubendreher; Pinzette (ca. 200mm lang); Staubsauger; Staubpinsel (weiche Borsten); LED-Taschenlampe; Druckluftspray.
Um die rot lakierte Rückwand des Spindelkastens abnehmen zu können, muss zunächst das Handrad abgeschraubt werden. Dazu arretiere ich die Spindel mit dem Arretierbolzen der Teileinrichtung. Die als Zubehör zur Drechselbank gelieferte Auswerferstange dient - durch die dafür vorgesehenen Bohrungen im Handrad gesteckt - dabei als Hebel. Drehen im Uhrzeigersinn löst das Handrad. Nun entferne ich mittels 2,5mm Imbusschlüssel die acht Befestigungsschrauben der Rückwand.

DVR-Xp: Der optische Drehzahlsensor befindet sich hinter dem unteren der drei Abdeckbleche.Der Deckel hängt nun noch an einigen Kabeln. Das kürzeste davon ist das grün/gelbe Schutzleiterkabel. Dieses ziehe ich vom Flachstecker des Netzanschlußes ab. Die übrigen Kabel sind gerade lang genug, um die Rückwand an den restlichen Kabeln frei herabhängen zu lassen. In dem oberen (runden) Teil des Spindelkastens ist nun die integrierte Teileinrichtung (Indexscheibe) gut sichtbar. Um die Indexscheibe herum sind drei Abdeckbleche zu sehen. Der optische Sensor befindet sich hinter dem unteren Abdeckblech, deshalb entferne ich nun mittels 5mm-Imbusschlüssel die beiden zugehörigen Halteschrauben. Leider läßt sich das Blech trotzdem nicht hinter der Indexscheibe hervorziehen. Immerhin kann ich das Blech zur Seite drehen und die Sensorplatine sehen. Um mehr Arbeitsfreihet zu erhalten, drehe ich noch die zwei unteren der drei Schrauben des rechten Abdeckbleches heraus, verschiebe das untere Blech über das rechte Blech und sicher es mit einer der Imbusschrauben in dieser Position.

DVR-Xp: Zwei Kreuzschlitzschrauben halten das Platinchen mit dem optischen Sensor.Nun schaue ich mir die Rückseite des Sensorplatinchens genauer an: Das Verbindungskabel zur Hauptplatine hat einen weißen Steckverbinder, der sich aber erst trennen läßt, wenn man den Kabelbinder (Zugentlastung) durchschneidet. Diese Arbeit möchte ich mir gerne ersparen, deshalb verfolge ich den Weg des Kabels bis zum Anschlßstecker auf der Hauptplatine. Nach meiner Einschätzung könnte das Kabel gerade lang genug sein, um bei entsprechender Vorsicht an die drei Gabellichtschranken auf der Vorderseite der Platine heranzukommen, ohne die Steckverbindung lösen zu müssen. Da der Steckverbinder auf der Hauptplatine schlecht erreichbar und zudem nicht mit einem Kabelbinder gesichert ist, habe ich vorsichtshalber eine lange Pinzette bereitgelegt, mit deren Hilfe und etwas Geduld sich die Verbindung wieder herstellen ließe, falls beim hantieren der Stecker doch versehentlich aus seiner Buchse herausrutschen sollte.

XVR-Xp: Das Anschlußkabel ist gerade lang genug, um die drei Gabellichtschranken heranzukommen.Nun entferne ich die beiden Kreuzschlitzschrauben und drehe das Platinchen vorsichtig heraus. Auf den ersten blick ist hier garnicht so viel Staub zu sehen, wie ich erwartet hatte. Für einen kurzen Moment kommen mir deshalb Zweifel, ob ich mit meiner Vermutung überhaupt richtig lag! Als ich dann aber mit dem Druckluftspray in den Spindelkasten puste, gibt es doch ein gewaltiges "Schneegestöber" in meinem kleinen Werkraum! - Nach einigem Saugen, Pusten und Pinseln sieht das Innere meines Spindelkastens auch bei hellster LED-Inspektions-Taschenlampen-Beleuchtung wieder wie nagelneu aus! Spannende Frage: Ist damit nun auch der Fehler behoben? Nach sorgfältigem Zusammenbau (Überprüfung aller Kabelverbindungen, insbesondere Schutzleiteranschluß, festsitzender Schrauben, Durchdrehen der Spindel von Hand und dabei auf eventuelle Schleifgeräusche achten!) kommt der erlösende Moment: Die Drechselbank schnurrt wieder wie gewohnt!